Frankenstein

Originaltitel: Frankenstein or The modern Prometheus

Autor: Mary W. Shelley

Verlag: Arena – Verlag

Genre: Schauerroman (Gothic Novelle), Horror, Klassiker, Gesellschaftskritik

Seitenzahl: 374

Erscheinungsjahr (Original): 1818

Preis: 14,95€

Frankenstein, das war für mich bisher nur ein komisches Geschöpf, das relativ beliebt als (Halloween)-Kostüm ist. Bis mich eines Tages der aberwitzige Impuls überkam, mir das Buch aus der Bücherei auszuleihen.

Der Klappentext zu diesem Buch, dass ich ursprünglich gar nicht lesen wollte, lautet folgendermaßen:

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Phantastischen Bibliothek Wetzlar

In einer düsteren Novembernacht gelingt dem jungen Schweizer Studenten Viktor Frankenstein das Unfassbare:  Aus Menschenknochen formt er einen Körper und haucht ihm Leben ein. Als sich das Monstrum zu bewegen beginnt, ergreift der Wissenschaftler voller Abscheu die Flucht. Die so enttäuschte und verstoßene Kreatur wird zum Mörder und verbreitet Angst und Schrecken …

Ungekürzte Ausgabe

Da ich durch Dracula schon einen gewissen Einblick in das Genre gefunden habe, erwartete ich erneut einen Haufen von Landschaftsbeschreibungen, der jedoch nur in Maßen auftrat und mich, um ehrlich zu sein, nicht so sehr langweilte wie die Ausführungen in Dracula.

Insgesamt geht es gar nicht zu sehr um die Erschaffung der Kreatur (in der übrigens – wie ich vorher annahm – kein Gewitter eine Rolle spielte), sondern um die Folgen, die daraus für die Kreatur selbst aber auch für den Wissenschaftler Frankenstein ihren Lauf nehmen. Denn dieser wird seiner  Verpflichtung als Schäfer alles andere als gerecht…

Es ist durchaus interessant, dass die menschlichen Verhaltensweisen am besten durch nicht-menschliche Wesen analysiert werden können und so ist die Perspektive der Kreatur, die in der Erzählung auch teilweise vorhanden ist, äußerst eindrucksvoll und lässt dessen Handeln für den Leser nachvollziehbar werden.

Da ist es nicht verwunderlich, dass man durchaus seine Sympathien für das Monster gewinnt. Jedoch kamen mir diese im Laufe der Geschichte auch wieder abhanden, denn egal wie armselig die Kreatur ihre eigene Geschichte auch darstellen kann, es rechtfertigt meiner Meinung nach dennoch nicht ihre Taten. Jedoch sollte sich davon jeder selbst ein Bild machen.

Die Geschichte sowohl aus der Sicht des Erschaffers als auch aus der Sicht des Monsters zu erzählen, erscheint mir für dieses Werk als äußerst sinnvoll, jedoch war manchmal nicht ganz eindeutig erkennbar, wer denn nun berichtet, sodass es gerade zu später Stunde beim Lesen zu Verwirrung kommen könnte.

Auch war das letzte Stück, nachdem man die Ursachen der Handlungen für das Monster und den Umgang des jungen Frankensteins mit den Forderungen kannte, recht langatmig, was der Spannung einen ziemlichen Dämpfer verpasste.

Und auch das gesamte Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen, da es einerseits doch relativ verblüffend und andererseits auch irgendwie offen zu sein scheint, sodass man sich nach dem Lesen der letzten Seite doch fragt: „Ernsthaft? Das war’s jetzt?“

Dennoch ist Frankenstein eine äußerst interessante Geschichte, die sich damit befasst, wie sehr die „Andersartigkeit“ einen isolieren kann,  was das Leben als Art denn nun wirklich lebenswert macht und den Leser zu vielen „Was-wäre-wenn…?“-Gedankengängen anregt. Somit hat sich Frankenstein 4 von 5 Kreuzen verdient.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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