Krabat

Originaltitel: Krabat

Autor: Otfried Preußler

Verlag: Thienemann

Genre: Jugendbuch, Fantasy

Seitenzahl: 270

Erst-Erscheinungsjahr: 1971

Krabat – das Buch wollte ich schon lange mal lesen. Und nachdem es mir nochmals empfohlen wurde, wünschte ich es mir einfach mal zu Weihnachten – und schon war das Stück mit folgendem Klappentext bei mir:

>>Bald wirst du erfahren, welche Bewandtnis es mit dem Meister und dieser Mühle hat. Der Tag und die Stunde sind näher, als du vermutest.<<

Neugier lockt Krabat zur Mühle am Koselbruch, vor der alle warnen, weil es dort nicht ganz geheuer sei. Ein leichtes und schönes Leben wird Krabat hier versprochen. Doch der Preis dafür ist hoch. Und aus der Verstrickung mit dem Bösen kann ihn nur die bedingungslose Liebe eines Mädchens retten.

Der erste Eindruck war, dass das Buch relativ übersichtlich ist. Zunächst ist es in die drei Jahre, die Krabat auf der Mühle verbringt, eingeteilt, was die zeitliche Einordnung gerade für diejenigen, die normalerweise ein paar Probleme damit haben, deutlich erleichtert. Diese drei Abschnitte widerrum sind in kurze Kapitel eingeteilt, weshalb sich das Buch gerade für diejenigen eignet, die sich nicht eine Stunde hinsetzen wollen, um zwei Kapitel zu lesen sondern zwischendurch nur ein paar Seiten weiterlesen möchten.

Es beginnt damit, dass Krabat im Traume vom Müller zur Mühle im Koselbruch gerufen wird und dort gemeinsam mit 11 Anderen arbeitet. Leider fiel mir gerade zu Beginn das Auseinanderhalten der einzelnen Personen besonders schwer, was sich im Laufe der Geschichte zwar verbesserte, aber selbst nun könnte ich nicht genau sagen, wer was gemacht hat.

Die wichtigsten Persönlichkeiten kann man sich im Laufe der Geschichte jedoch Gott sei Dank einprägen.

Besonders interessant ist es, zu beobachten, wie sich die Charaktere, besonders Krabat während seiner drei Jahre wandeln. Man spürt recht gut, wie langsam aber sicher aus dem kleinen Jungen der Erwachsene wird, der er am Ende des Buches ist.

Auch gefiel mir, dass die Zauberei an sich sich nicht in Widersprüchen verstrickten, während man bei anderen Büchern ja durchaus das Gefühl hat, der Autor habe selbst nicht so ganz über die Möglichkeiten seines Universums bescheid gewusst.

Jedoch gibt es einen anderen Punkt, der mir ein wenig komisch vorkam. Die Beziehung zwischen Krabat und der Kantorka, die ihn (außer im Traum), wenn ich richtig gezählt habe nur zwei Mal getroffen hat. Für das Opfer, dass sie ihm bringt, ist das meiner Meinung nach doch ein bisschen wenig. An ihrer Stelle hätte ich Krabat, einen so gesehen also Wildfremden, wohl nicht geholfen. Auch wundert es mich, dass sie kein einziges Mal versucht war, ihren Namen zu nennen (und dies selbst als es keine Rolle mehr spielt nicht nachholt). Sie kennt also Krabats Namen, er aber ihren nicht. Die perfekten Voraussetzungen für eine Beziehung, nicht wahr?

Und irgendwie konnte mich auch die Atmosphäre nicht ganz so verzaubern wie die des kleinen Hobbits. Das lag jedoch vermutlich daran, dass Krabat nicht eine derartig verträumte Fantasy-Atmosphäre sondern eine rohere, ländliche-geheimnisvolle Atmosphäre besitzt. Vielleicht gefällt das dem ein oder anderen, jedoch konnte es mich, die auf dem Land aufgewachsen ist, nicht gleich von Beginn an begeistern.

Was mir auch besonders gut gefiel, war  das Ende der Geschichte. Auch wenn die Moral ein wenig kitschig ist (aufgrund der romantischen Teile), so sind Krabats Entscheidungen doch durchaus vorbildlich. Vielleicht ist das Buch auch gerade deshalb eines der Jugendbücher, dass gerne im Deutschunterricht mal gelesen wird. Die richtige Länge dafür besitzt es durchaus, wenn auch ich mir den Schluss doch noch ein wenig ausführlicher gewünscht hätte. Beim Mittelteil hingegen hätte noch mehr Ausführlichkeit die Handlung allerdings unnötig zum Stocken gebracht.

Alles in Allem ist Krabat also ein schönes Buch, dass eine nicht unbedingt typische Fantasy-Atmosphäre schafft, jedoch irgendwie in jede Jahreszeit passt und eine schöne Moral verdeutlicht. Daher erhält es 4 von 5 Kreuzen.

† † † † 

Gezeichnet Seitenfetzer

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