Das neue Buch Genesis

Originaltitel: Genesis

Autor: Bernard Beckett

Verlag: Script5

Genre: Science-Fiction

Seitenzahl: 171

Erscheinungsjahr: 2009

Preis: 12,90€

Ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich das Buch vor geraumer Zeit als eine Art „Entschuldigungskauf“, weil ich mit einer Weltbildtasche bei Viola Taube reingeflattert bin, voreilig in die Hand genommen hatte, denn der Klappentext klang für mich schon eine Spur zu übertrieben:

Eine Idee,

so alt wie die Welt.

Eine Frage,

mächtiger als jede Waffe.

Eine Antwort,

die die Welt zum Einsturz bringt.

Ein meisterhaft gestrickter Roman über das Wesen des Menschseins mit einer verstörenden Auflösung.

Das klang in meinen Ohren nach einem Buch, das im Klappentext hochgelobt wird und im Grunde doch nur ist wie eines von tausenden von Büchern. Doch Das neue Buch Genesis konnte seinem Klappentext vollends gerecht werden.

Über den Inhalt lässt sich nicht viel sagen ohne zu spoilern, weshalb der Klappentext auch recht gut gewählt ist und man sollte vielleicht auch gar nicht zu viel über die Geschichte wissen, sondern sie sich einfach selbst mal zu Gemüte führen.

Geschrieben ist das ganze als Dialog mit kurzen Zwischensequenzen, in denen Handlung geschieht oder Szenen aus der Vergangenheit gezeigt werden, doch im Gesamtbild ist es ein Gespräch.

Zu Beginn des Buches erfährt man ein wenig über die Geschichte der Menschheit bis zum Jahre 2070 etwa; das Buch selbst spielt also gegen Ende des 21. Jahrhunderts. Ein Grund, warum ich mich bisher von Science-Fiction eher ferngehalten habe, war, dass ich die Sorge hatte, ich wäre schlichtweg nicht in der Lage, mich gedanklich in eine zukünftige Welt zu begeben, doch die geschichtlichen Ereignisse und Hintergründe waren schön verdeutlicht worden, sodass die Gesamtsituation gar nicht allzu unrealistisch auf mich wirkte.

Auch konnte man dem Schreibstil gut folgen ohne sich zu langweilen oder in den Sätzen zu verhadern, wie man es wohl getan hätte, wäre der Stil von beispielweise Dracula mit der zugegeben nicht ganz simplen Thematik kombiniert worden.

Denn eines ist klar: Diese Geschichte ist nicht bloß Science-Fiction, sie strengt auch den Geist des Lesers an, weshalb ich die Altersempfehlung von 16 Jahren durchaus in gewisserweise nachvollziehen kann. Philosophisch interessante Aspekte und Fragen werden aufgegriffen, ohne, dass klischeehafte Standartantworten wie „Das ist die Kraft der Liebe“ oder „Das ist das Schicksal“ möglich wären.

Dies ist auch ein Grund, weshalb mich die Kürze des Buches ein wenig gestört hat. Bevor man wirklich seine Meinung greifbar in Worte fassen konnte, war das Buch auch schon wieder vorbei und gerade wenn man den Inhalt unterschätzt und es lediglich aufgrund seiner Länge als „Zwischendurch-Lektüre“ abstempelt, kann man von den geistig anstrengenden Sequenzen leicht überfordert werden.

Dafür war die Auflösung am Ende aber mehr als gelungen. Man macht sich immer wieder mal Gedanken, was für Geheimnisse wohl bei einer großen Endauflösung gelüftet werden könnten, doch mit dem tatsächlichen Ende hätte ich in der Form niemals gerechnet. Ein wahrer Genie-Streich, der einem nochmal verdeutlicht, wie vorschnell man sich doch ohne jegliche Information ein Urteil erlaubt und damit vollkommen falsch liegt.

Insgesamt ist Das neue Buch Genesis also kein typischer Science-Fiction Roman, sondern eher eine phiosophische, zum Nachdenken anregende Lektüre über eine eventuell mögliche Zukunft unseres Planeten und hat sich 4 von 5 Kreuzen verdient.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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