Der kleine Hobbit

Originaltitel: The Hobbit or There and Back Again

Autor: J.R.R. Tolkien

Verlag: dtv

Genre: Kinderbuch, Fantasy

Seitenzahl: 332

Erscheinungsjahr(erstmals in DE): 1957

Preis: 9€

Nachdem ich den ersten Film zum Buch, das ja unbedingt in drei Teile zerstückelt werden muss, gesehen habe, wurde mir von jemand bestimmten das Buch in der Bibliothek in die Hand gedrückt, sodass ich es lesen musste. Allein wegen des Klappentextes hätte ich wohl auch niemals zu dem guten Stück gegriffen:

Der Klassiker der Fantasy-Literatur vom Autor des >Herrn der Ringe <

>>Eine wunderliche, farbenprächtige Abenteuersage, in die Elemente aus Märchen und Ritterepen eingeschmolzen sind … eine Mischung aus unbändiger Phantasie und sprachlicher Akrobatik.<< Rene Oth in >Luxemburger Wort<

Ich dachte ja, meine Hardcore-Fantasy Zeit, in der ich mich in vollkommen fremden Welten verlieren möchte, sei ein paar Jahre, nachdem ich Harry Potter gelesen habe, vorbei – doch dieses Buch hat es doch tatsächlich geschafft, meine Fantasy-Liebe erneut zu entflammen – und ich habe nun auch richtig Lust, mir bei überflüssiger Zeit mal wieder Harry Potter aus dem Regal zu holen.

Es war wahrhaftig schön, mal wieder dermaßen in eine andere Dimension einzutauchen, dass ich das Buch nach wenigen Tagen durchhatte, was bei meinem Zeitplan doch eher seltenst der Fall ist.

Zum Einen ist wohl die schön ausgearbeitete Welt verantwortlich dafür, denn auch wie bei Harry Potter, das für mich DAS Fantasy-Werk schlechthin ist, sind die Schauplätze abwechslungsreich und detailliert, aber eben nicht zu ausführlich, beschrieben. Zum Anderen ist die Sprache der etwas älteren Ausgabe, die den Weg zu mir fand, mitschuldig daran. Sie harmonierte so sehr mit dem mir vertrauten Wortschatz, dass ich unbewusst sogar beim Chatten eine sehr gehobene Ausdrucksform an den Tag legte, obgleich ich zumindest dort doch recht umgangssprachlich werden kann.

Ebenfalls verwunderlich ist, dass ich mit den Namen, die zugegebenermaßen nicht die Namen sind, die man sich leicht einprägen kann, für meine Verhältnisse recht gut umgehen konnte – vor allem Kili und Fili sind mir im Gedächtnis geblieben. Auch gefiel mir dir angedeutete Moral am Ende, als Bilbo einen für nicht alle Beteiligten nachvollziehbaren Rettungsversuch unternimmt, ausgesprochen gut.

Doch das Buch hat auch Dinge, die mich ein wenig gestört haben. So zieht es sich hier und da doch ein wenig und auch der Gesang war nicht so das Meine, da ich es generell nicht mag, wenn Lieder in Büchern stehen, wenn man ihnen keine Melodie zuordnen kann.

Gut hingegen gefiel mir als Art Gegenoperation zu den ab und an doch langatmigeren Passagen die Kapiteleinteilung, denn so konnte ich mir sicher sein, das spätestes beim nächsten Kapitel der Kampf vorrüber ist und es endlich weitergeht – bevor meine Motivation schreiend davonläuft, wie sie es doch ganz gerne mal tut.

Generell ist das Buch auf jeden Fall spannender als der Film, da dieser, meiner Meinung nach, schlichtweg zu sehr auf die ach so episch dargestellten Actionszenen pocht, während das Buch nicht unbedingt eine epische sondern meiner Meinung nach vielmehr verträumte Atmospähre schafft.

Insgesamt ist der kleine Hobbit also eine sehr schöne Geschichte, die ab und an vielleicht ein wenig langatmig war. Und obwohl ich mich in ihr verlieren konnte, war ich dann doch irgendwie froh, als ich das Ende, wo es sich erneut ein wenig zieht, erreicht hatte, weshalb es nach langem Überlegen doch „nur“ für 4 von 5 Kreuzen reicht.

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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4 Kommentare zu „Der kleine Hobbit

  1. Nachdem ich das Buch gelesen habe, gefallen mir die Filme überhaupt nicht mehr. Ich finde, die Zwerge werden im Film viel zu heroisch und episch gezeichnet, als dass die Geschichte so ausgehen könnte, wie es im Buch der Fall ist. Mal schauen, was Jackson daraus zaubert.

    1. Naja, die Filme sind auch ein Fall für sich. Der erste war mir zu viel Action-Slowmotion-„Handlung“, während der zweite Teil im Vergleich dazu mir schon besser gefiel. Also schließe ich mich der abwartenden Haltung mal an ^^

      1. Ich fand den ersten sogar noch besser als den zweiten. Beim zweiten war mir das Ende viel zu lange (der Teil im Berg) und die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen dem einen Zwerg und einer Elbin war einfach Mist in meinen Augen.

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