Das Mädchen

Originaltitel: The Girl Who Loved Tom Gordon

Autor: Stephen King

Verlag: Pan Verlag

Genre: Horror

Seitenzahl: 199

Erscheinungsjahr(Neuausgabe): 2011

Preis:14,99€

Ein Buch von King! Endlich! , so oder so ähnlich habe ich gedacht, als ich „Das Mädchen“ im Regal in der Bibliothek habe stehen sehen. Schließlich ist King ein Autor, dessen Namen man durchaus kennt. Und auch, dass der Klappentext mich so sehr an einen meiner Lieblingsfilme, Blair Witch Project, erinnerte, ließ mein Herz höher schlagen:

Ich habe keine Angst. Überhaupt keine Angst. Der Wanderweg ist gleich dort vorn. Es ist wirklich ganz unmöglich, sich hier zu verlaufen…

Um zehn Uhr sitzt Trisha noch im Auto ihrer Mutter. Um halb elf hat sie sich im Wald verirrt. Um elf Uhr versucht sie, sich nicht zu fürchten. Nicht daran zu denken, dass Leute, die sich verirren, vielleicht nie mehr zurückkehren. Hunger und Durst, Mücken und wilde Tiere, Einsamkeit und Dunkelheit – Trisha hat dem Grauen der Wälder wenig entgegenzusetzen. Und vor allem nicht dem, was sich aufgemacht hat, sie heimzusuchen…

Und der Klappentext trifft den Inhalt des Buches wirklich gut, denn im Grunde geht es um nichts Anderes als Trishas Leiden in der Wildnis. Lange, sehr lange wird beschrieben, wie sie immer weiter von der Zivilisation fort irrt und ihr Körper nicht nur durch Nahrungs- und Wasserknappheit, sondern auch durch Stiche und andere Verletzungen immer mehr geschwächt wird.

An sich hätte es mich ja gar nicht gestört, wenn die Handlung erst langsam und unbemerkt ins Rollen kommt, aber wenn nach der Hälfte des Buches noch immer nicht viel mehr passiert ist, als dass das Mädchen in der Gegend herumirrt, verliere ich doch allmählich die Geduld und Lust am Lesen, sodass ich mich förmlich weiterquälen musste.

Außerdem war es für meine Motivation nicht gerade förderlich, dass eine Menge, eine sehr große Menge an Baseball in dem Buch Platz fand – Baseballspiele, Vergleiche mit Baseballsituationen, etc., da ich keinerlei Ahnung von dieser Sportart habe, was das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat.

Doch auch in der langen Phase des Vorangehens Trishas gab es ein paar interessante Dinge. Mir persönlich haben die Stellen, in denen Trisha darüber nachdenkt, wer oder was Gott denn nun ist, recht gut gefallen, einfach weil religiöse Ansichten mich generell interessieren und die drei verschiedenen Göttern (der Gott Tom Gordons, das unterschwellig Wahrnehmbare und der Gott der Verirrten) äußerst verschiedene Interpretationen des Begriffes „Gott“ sind.

Zusätzlich zu dem sich schleppendem Inhalt kommt allerdings auch noch der Schreibstil an sich hinzu, der mich nachdenken lässt, ob ich überhaupt nochmal etwas von King lesen soll. Meiner Meinung nach gehören Klammern, die wirklich häufig vorkamen, nicht in eine Erzählung sondern in einen Sachtext. Und wenn sie dann doch in einer fiktiven Geschichte benutzt werden müssen, dann bitte so, dass sie nicht dadurch, dass sie mitten im Satz stehen, den Lesefluss unterbrechen. Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung, aber dieser Schreibstil gefiel mir überhaupt nicht, obwohl ich, was das angeht, doch eine ziemlich anspruchslose Kartoffel bin.

Das Ende jedoch war zumindest eine kleine Entschädigung für den Verlauf des gesamten Buches, denn die letzten 70 Seiten etwa sind wirklich lesenswert und ich habe sie nahezu verschlungen.  Eines der Dinge, die mir am Ende so zusagen, ist, dass offen bleibt, ob das, was hinter Trisha her war, denn nun etwas paranormales, etwas, was nicht von dieser Welt sein kann, oder doch einfach nur etwas rational erklärbares war. Diese Auflösung war also wirklich nach meinem Geschmack.

Insgesamt konnte das grandiose Ende die doch eher langatmige Handlung allerdings nicht komplett wettmachen, weshalb Das Mädchen von mir 2 von 5 Kreuzen erhält.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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4 Kommentare zu „Das Mädchen

  1. Ach, die Klammern sind ja ziemlich King-typisch und ich mag sie bei ihm 🙂
    Für mich zählt „Das Mädchen“ auch zu den schwächeren Kings, obwohl ich auch viele Leute kenne, die dieses Buch in den Himmel loben. Na ja, dafür hat er ja genug andere geschrieben, die man dann lieber mögen kann^^
    Hast du schon andere Kings außer diesem und „Friedhof der Kuscheltiere“ gelesen?

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