Dracula – Ein Vampirroman

Originaltitel: Dracula

Autor: Bram Stoker

Verlag: dtv

Genre: Schauerroman (Gothic Novelle), Horror, Klassiker

Seitenzahl: 549

Erscheinungsjahr (dtv-Version): 2000

Preis: 9,95€

Wenn ich an bekannte Werke denke, so ergeht es mir meist wie beim Betrachten des Sternenhimmels. Ich weiß grob, worum es geht, was geschieht, doch ich kenne keine Details und kann letztendlich doch nur Mutmaßen, bis ich das Buch selbst gelesen habe. So auch erging es mir bei Bram Stokers Dracula, denn dass dies ein bekanntes Werk ist, dürfte unumstritten sein. Doch beginnen wir mit dem Klappentext.

Der Gruselklassiker!

>>Auf der Kante des Bettes kniete die weiße Gestalt einer Frau. Neben ihr stand ein großer, hagerer Mann, vollkommen in Schwarz gekleidet.<<

Graf Dracula ist ein Untoter. Er lebt in seinem Schloss in Transsyilvanien. Beim Anblick von Blut gerät er in Raserei, und er verlässt sein Schloss nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.

Allein schon der Beginn des Buches hat mich begeistert. Obwohl das Beschriebene mir gar nicht so grausam erschien, habe ich mich doch gefragt, ob jeden Moment der Würgreiz einsetzen würde, ausgelöst lediglich durch den Ekel und Abscheu eines Protagonisten, der gleich zu Beginn auf Schloss Dracula gefangen gehalten wird.

Nach dieser Passage im Schloss, tauchen zunehmend mehr Personen auf, die zunächst nur unwichtige Nebencharaktere zu sein scheinen, aber vor allem zum Ende des Buches hin eine immer wichtigere Rolle zu spielen beginnen. Selbst ich, die eigentlich so ihre Probleme mit den Namen der Protagonisten hat, konnte sie allein durch den Namen auseinanderhalten.

Was mich allerdings ein wenig durcheinanderbrachte, waren Briefe oder Telegramme, die urplötzlich auftraten. Von den Unerwarteten gab es zwar nicht viele, öfter waren es zuvor mehr oder weniger angekündigte, diese jedoch hatten mich doch ziemlich verwirrt. Aber das mag an meiner Person liegen.

Generell hat mir die Idee mit den Tagebüchern, Briefen und anderen „Beweismitteln“ recht gut gefallen und als auch noch die Erklärung kam, dass Mina Harker diese zum Überblick über die Geschehnisse sortiert habe, habe ich mich innerlich vor Stoker verneigt. Etwas ähnliches ist mir bisher nur in der Cathy’s-Reihe untergekommen.

Ein wenig kantig fande ich allerdings den Übergang zwischen oben genanntem Anfang im Schloss und der darauffolgenden Situation in Whitby, wo alles als sehr schön und harmonisch dargestellt wurde, was mich eher an „Schwüle Tage“ von  Eduard von Keyserling erinnert.

Auch das Ende hat mich ein wenig gestört, da ich es mir ein wenig actionreicher und mit ein paar mehr Sichtwechseln, wie Stoker es in anderen spannenden Momenten zu tun pflegte, gewünscht hätte. Und auch der Tod einer der Protagonisten hätte meiner Meinung nach durchaus noch ein wenig mehr ausgeschöpft werden können.

Dennoch ist Stokers Werk nach wie vor herausstechend, vor Allem im Vergleich zu aktuellen Vampir-Werken. Dracula sollte man, sofern man nicht den größten Kitsch erwartet und von eher zartem Gemüt ist, durchaus gelesen haben.

Deshalb gibt es von mir erneut 5 von 5 Kreuzen.

† † † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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