Der Kuss des Todes

Originaltitel: Der Geist, der mich liebte

Autor: Kate Logan

Verlag: Ravensburger

Genre: Romantik, Fantasy

Seitenzahl:348

Erscheinungsjahr: 2009

Preis: 7,95€

Beim Lesen folgendem Klappentextes hätte ich das Buch beinahe schon wieder weggelegt, einfach, weil es so übertrieben kitschig klingt:

Als Samantha ins Haus ihrer verstorbenen Tante zieht, erlebt sie eine böse Überraschung. Sie hat einen Mitbewohner: Nicholas – jung, anziehend und leider seit über fünfzig Jahren tot. Sam erschaudert beim ersten Anblick, doch dann verliebt sie sich unsterblich in den Geist. Er hütet ein schreckliches Geheimnis, das bald Sams Leben bedroht. Plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie trauen soll- den Lebenden oder den Toten.

Zunächst vermutete ich den für das nach Twilight boomende Romantasy-Genre typischen Kitsch und den Plot, der bei dessen Geschichten stets ähnlich ist: Sie, Mensch (Mary-Sue) verliebt sich in ein Fantasy-Wesen, dass nur gute und keinerlei schlechte Eigenschaften hat. Irgendwas steht dennoch ihrer Liebe im Weg, was aber aus dem Weg geräumt wird und alles ist gut.

Im Groben ist die Handlung in „Der Kuss des Todes“ zwar auch so, aber eben nicht so extrem an das momentan Gewünschte angepasst, wie manch anderes Buch. Die Ausgangssituation ist recht simpel und erinnert mich ein klein wenig an Rosamunde Pilcher. Samantha zieht, bevor sie einen Job in Boston antreten will, in das Haus ihrer kürzlich verstorbenen Tante um es zu renovieren. Am Anfang erschreckt sie sich über alte Grabsteine hinter ihrem Garten und Spukgeschichten von Hexen, doch dann sieht sie sich mit einem Geist konfrontiert.

Der Beginn der Liebesgeschichte zwischen Samantha und dem Geist Nicholas ist teilweise recht amüsant, teilweise für meinen Geschmack aber fast schon eine Spur zu kitschig geraten. Dennoch war ich davon so abgelenkt, dass ich Nicholas‘ Konkurrenten, Adrian, der zu Anfang vor Nicholas‘ Erscheinen bereits auftauchte, fast schon vergessen hatte.

Einen großen Pluspunkt hat die Geschichte meiner Meinung nach, da Nicholas nicht ein fliegender Mr. Perfect ist. Tagsüber ist er weder hör- noch sichtbar, lediglich die Kälte, die von ihm stets ausgeht, lässt sich erfühlen. Und auch nachts können lediglich Samantha und ihre neue Freundin Tess, die von Esoterik begeistert ist, ihn sehen, weil sie eine Art Beschwörungsritual ausgeführt haben. Außerdem kann Nicholas nur etwas berühren, wenn er den Atem eines Menschen einatmet, wobei er sich bemühen muss, den Menschen nicht „auszusaugen“ und somit zu ersticken.

Ein großer Minuspunkt in Sachen Logik ist allerdings, dass lange betont wird, dass Nicholas einen gewissen Umkreis nicht verlassen kann-und es dann irgendwie doch tut. Ich bin mir nicht sicher, ob mir die entscheidene Stelle schlichtweg entfallen ist, oder ob es ein kleiner  Logik-Fehler mit großen Folgen ist.

Außerdem hat es mich gestört, dass Samantha sich gegen Ende hin schlichtweg strohdoof verhalten hat. Während selbst ich, die gewöhnlich in Sachen Verlauf von Geschichten selten eine wirkliche Vorahnung hat, mit ziemlicher Sicherheit sagen konnte, wer der „Böse“ ist, handelt sie einfach nur übertrieben affektiert und kopflos. Aber gerade dieses Gefühl, ihr mal ordentlich auf den Kopf schlagen zu müssen, macht auch einen Teil der Spannung aus und von den vielen Details der „Wahrheit“ die im Nachhinein betrachtet in die Geschichte geknüpft wurden, war ich doch ein wenig überrascht; das ließ die Enthüllung ziemlich plausibel klingen.

Im Großen und Ganzen ist das Buch durchaus auch für die eher jüngeren „Romantasy-Kitsch-Fan“-Leserinnen geeignet, sofern sie kein Problem haben, eine Geschichte zu lesen, in der auch bei lebendigem Leibe ausgeweidete Katzen eine Rolle spielen.

Der Kuss des Todes – eine vielleicht nicht allzu anspruchsvolle Lektüre, für die es aber ein leichtes ist, den Leser in die Geschichte eintauchen zu lassen und ihn somit zu unterhalten.

Trotz des kleinen Logikfehlers erhält das Buch dennoch 4 von 5 Kreuzen von mir:

† † † †

Gezeichnet Seitenfetzer

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